Anfrage senden Termin buchen Doctolib
top of page

Putzen mit Brackets: So bleibt das Lächeln gesund

  • SMILEPHILOSOPHIE
  • 24. März
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Die feste Zahnspange sitzt endlich. Der Weg zum perfekten Lächeln hat begonnen. Doch schon nach den ersten Mahlzeiten zeigt sich: Die gewohnte Zahnpflege funktioniert nicht mehr wie früher. Essensreste verfangen sich zwischen den Brackets, die Zahnbürste kommt nicht überall hin und plötzlich braucht das Zähneputzen dreimal so viel Zeit. Wer jetzt nicht die richtige Technik und die passenden Hilfsmittel kennt, riskiert trotz kieferorthopädischer Behandlung Karies und Zahnfleischentzündungen. Dabei lässt sich mit einer durchdachten Pflegeroutine die Zahngesundheit auch während der Behandlung beim Kieferorthopäden in Tübingen optimal erhalten.


Inhaltsverzeichnis

Reinigung einer Zahnspange
Pixel-Shot - adobe.stock.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Feste Zahnspangen erfordern spezielle Pflegeutensilien wie Interdentalbürstchen, Zahnseide mit Einfädelhilfe und fluoridhaltige Zusatzprodukte.

  • Die richtige Putztechnik mit schräg angesetzter Bürste oberhalb und unterhalb der Brackets verhindert Entkalkungen und Karies.

  • Regelmäßige, professionelle Zahnreinigungen während der kieferorthopädischen Behandlung sind unverzichtbar für langfristige Zahngesundheit.


Zahnbürste allein reicht nicht – das benötigt man zusätzlich

Brackets schaffen Nischen, die sich mit einer normalen Zahnbürste kaum erreichen lassen. Die Metallelemente bilden regelrechte Barrieren, hinter denen sich Speisereste und Bakterien sammeln. Deshalb gehören zur Grundausstattung während der Behandlung mehrere Spezialwerkzeuge:


  • Interdentalbürstchen: Diese kleinen Bürsten mit unterschiedlichen Durchmessern gleiten gezielt in die Zwischenräume zwischen Bracket und Zahn sowie unter den Drahtbogen. Sie entfernen Beläge dort, wo die herkömmliche Bürste versagt. Die richtige Größe ist entscheidend. Zu kleine Bürstchen reinigen nicht ausreichend, zu große beschädigen möglicherweise das Zahnfleisch.

  • Zahnseide mit Einfädelhilfe: Die starre Kunststoffspitze lässt sich unter dem Drahtbogen durchfädeln, sodass die Zahnseide anschließend zwischen den Zähnen hindurchgeführt werden kann. Superfloss, eine spezielle Zahnseide mit verstärktem Ende, erleichtert diesen Vorgang zusätzlich und ermöglicht die Reinigung der Zahnzwischenräume trotz festsitzender Apparatur.

  • Antibakterielle Mundspülung: Sie ergänzt die mechanische Reinigung und erreicht auch Stellen, die trotz gründlichem Putzen schwer zugänglich bleiben. Die Spülung reduziert die Bakterienlast im Mundraum, ersetzt jedoch niemals das gründliche Putzen und die Zwischenraumreinigung.


Richtige Putztechnik mit Brackets

Die Technik entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der häuslichen Zahnpflege. Wer einfach wie gewohnt putzt, verpasst die kritischen Bereiche rund um die Brackets. Die Bürste sollte in einem 45-Grad-Winkel angesetzt werden – zunächst oberhalb der Brackets am Zahnfleischrand, dann unterhalb am Übergang zum Zahn. So werden sowohl die Brackets selbst als auch die umliegenden Zahnflächen gereinigt.


Jeder einzelne Zahn verdient Aufmerksamkeit. Hastige Wischbewegungen über mehrere Zähne hinweg hinterlassen zwangsläufig Lücken in der Reinigung. Stattdessen empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen: Außenflächen von rechts nach links, Innenflächen ebenso, abschließend die Kauflächen. Pro Zahn sollten mindestens zehn bis fünfzehn Sekunden eingeplant werden.


Der Druck macht den Unterschied zwischen effektiver Reinigung und Zahnfleischschädigung. Zu festes Schrubben verletzt das Zahnfleisch und kann die Brackets lockern. Sanfte, kreisende oder vibrierende Bewegungen entfernen Beläge genauso gut, schonen aber das Gewebe. Elektrische Schallzahnbürsten nehmen dabei den optimalen Druck bereits vor und erleichtern die richtige Anwendung.


Diese zusätzlichen Hilfsmittel optimieren die Reinigung:


  • Ortho-Zahnbürsten mit V-förmigem Borstenschnitt, die speziell für Brackets konzipiert sind

  • Einbüschelbürsten für einzelne schwer erreichbare Stellen am Zahnfleischrand

  • Wasserflosser (Mundduschen), die mit Wasserdruck Speisereste aus engen Zwischenräumen spülen

  • Zungenschaber zur Entfernung bakterieller Beläge auf der Zungenoberfläche


Fluoride, Gels & Spezialprodukte

Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe. Während der kieferorthopädischen Behandlung steigt das Kariesrisiko deutlich an, weshalb fluoridhaltige Zusatzprodukte besonders wichtig werden. Fluorid-Gels mit höherer Konzentration als normale Zahnpasta werden einmal wöchentlich aufgetragen. Sie bilden eine Art Schutzschild und remineralisieren bereits leicht angegriffene Stellen.


Zinnfluorid-Lösungen wirken zusätzlich antibakteriell und schützen nicht nur vor Karies, sondern auch vor Zahnfleischentzündungen. Sie werden meist als Spüllösung verwendet.


Die Verträglichkeit dieser Produkte variiert individuell. Manche Patientinnen und Patienten reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe. Bei Brennen, Rötungen oder allergischen Reaktionen sollte das Produkt gewechselt und Rücksprache mit dem behandelnden Kieferorthopäden oder der Kieferorthopädin gehalten werden.


Prophylaxe beim Zahnarzt – wichtiger denn je

Regelmäßige, professionelle Zahnreinigungen alle drei bis vier Monate sind während der Tragezeit einer festen Spange unverzichtbar. Speziell geschultes Personal erreicht mit speziellen Instrumenten auch tiefliegende Ablagerungen unter dem Drahtbogen und poliert die Zahnoberflächen glatt.


Bei diesen Terminen kontrollieren Zahnärztinnen und Zahnärzte auch auf weiße Flecken, die ersten sichtbaren Zeichen einer Entkalkung. Diese sogenannten White Spots entstehen, wenn Säure den Zahnschmelz angreift. Werden sie früh erkannt, lassen sie sich durch intensive Fluoridierung und verbesserte Mundhygiene teilweise rückgängig machen. Unbehandelt entwickeln sie sich zu Karies.


Häufige Fehler bei der Zahnhygiene mit Spange

Zeitmangel ist der häufigste Grund für unzureichende Zahnpflege. Morgens schnell die Zähne putzen, bevor es zur Arbeit oder in die Schule geht. Das funktioniert mit Brackets nicht. Wer nur zwei Minuten investiert, übersieht zwangsläufig Problemzonen. Mindestens fünf Minuten sollten eingeplant werden, besser mehr.


Folgende Fehler passieren besonders häufig:


  • Die Zwischenräume werden komplett vernachlässigt, weil die Arbeit mit Zahnseide und Interdentalbürstchen mühsam erscheint.

  • Nach Zwischenmahlzeiten wird nicht nachgeputzt, sodass Speisereste stundenlang auf den Zähnen verbleiben.

  • Die Innenseiten der Zähne werden vergessen, weil der Fokus auf den sichtbaren Außenflächen liegt.

  • Mundspülungen werden als Ersatz für mechanische Reinigung missverstanden.

  • Kontrolltermie beim Zahnarzt werden hinausgezögert oder abgesagt.


Ein weiterer kritischer Punkt ist die Ernährung. Klebrige Süßigkeiten, harte Nüsse oder zähes Kaugummi können Brackets beschädigen und die Reinigung erheblich erschweren. Auch säurehaltige Getränke wie Cola oder Fruchtsäfte greifen den Zahnschmelz an, besonders wenn sie über den Tag verteilt genippt werden.


Zusammenfassung und Fazit

Die Zahnpflege mit Brackets erfordert mehr Zeit, die richtige Ausrüstung und eine durchdachte Technik. Wer diese Investition scheut, gefährdet den Behandlungserfolg und riskiert dauerhafte Schäden an den Zähnen. Mit Geduld und einer konsequenten Routine lassen sich diese Risiken jedoch minimieren.


Die kieferorthopädische Behandlung bei der SMILEPHILOSOPHIE verbindet fachliche Kompetenz mit persönlicher Betreuung. Wir begleiten unsere Patientinnen und Patienten durch den gesamten Prozess und geben konkrete Anleitungen für die optimale Pflege. So bleibt Ihr Lächeln nicht nur gerade, sondern auch gesund und das Ergebnis nach dem Entfernen der Brackets ist umso strahlender.

 
 
 

Kommentare


bottom of page